20 November 2009 ~ Kein Kommentar

Wie sicher ist das Geld der Anleger?

Es ist bereits ein Jahr her, dass die Pleite der Lehman-Bank in den USA die Finanzkrise in den Mittelpunkt des Weltinteresses gerückt hat. Seit den zahlreichen Pleiten und Verlusten, die viele Anleger hinnehmen mussten, fragen sich beinahe jeder, wie sicher sein angelegtes Geld wirklich ist. Die Politik hat reagiert und das Gesetz zur Anlagensicherung angepasst. Seit dem 30. Juni gelten die neuen Regeln.

Eine der offensichtlichsten Änderungen ist die Anhebung der gesetzlichen Einlagensicherung. Bisher betrug die lediglich 20.000 Euro. In einem ersten Schritt wurde sie nun auf 50.000 Euro angehoben, um dann im Jahr 2011 auf 100.000 Euro zu steigen. Die Selbstbeteiligung der Kunden in Höhe von zehn Prozent der Schadenssumme wird nicht mehr erhoben. Alle Privatkunden, Personengesellschaften und kleinen Kapitalgesellschaften profitieren von diesen Änderungen.

Die Einlagensicherung betrifft alle Einlagearten. Spareinlagen, Sicht- und Termineinlagen sind demnach geschützt, ebenso wie bestimmte Formen von Sparbriefen. Auch die zeitlichen Grenzen wurden verbessert. Konnte die Entschädigung früher bis zu drei Monaten dauern, müssen Sparer im Schadensfall nun bereits nach spätestens nach 30 Tagen entschädigt werden. Viele Banken räumen aber sogar bessere Konditionen zur Einlagensicherung ein, als vom Gesetz vorgeschrieben.

Während Sparkassen und Genossenschaftsbanken eine Vollgarantie für alle Einlagen bieten, haben sich zahlreiche Privatbanken zu einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, die einen Einlagensicherungsfonds gegründet hat. Pro Kunde ist außerdem eine Summe von bis zu 30 Prozent des jeweiligen Eigenkapitals einer Bank abgesichert. In der Praxis bedeutet das, dass für jeden Kunden eine Entschädigung im Millionenbereich garantiert ist, selbst wenn es sich dabei um kleinere Institute handelt.

Nicht zu vergessen sind die Garantien der Politik. So hat Bundeskanzlerin Merkel quasi öffentlich die Sicherheit der Einlagen garantiert. Es ist davon auszugehen, dass im Fall der Fälle jede Bundesregierung entsprechende Garantien auch ohne bindende Verpflichtung erfüllen würde, um ein Zusammenbrechen des Marktes aus mangelndem Kundenvertrauen zu verhindern.

Insgesamt sind zumindest die inländischen Einlagen sehr gut abgesichert. Für ausländische Kapitalanlagen gilt nach wie vor, dass längst nicht jedes Land entsprechende Gesetze verabschiedet hat und ein Verlust bei vielen Banken nicht ausgeschlossen werden kann. Daher sollten Kunden stets gut überlegen, wem sie ihr Geld anvertrauen.

Verwandte Artikel

Tags: ,

Kommentar schreiben