22 Oktober 2009 ~ Kein Kommentar

Vorteile für amerikanische Industriestandorte

Der niedrige Dollarkurs hat viele Auswirkungen. Eine davon ist der Wettbewerbsvorteil amerikanischer Firmen bei den Betriebskosten. In den wichtigsten europäischen Industrieländern hingegen sind die Belastungen in den letzten Jahren erheblich angestiegen.

Dies ist eine der Schlussfolgerungen, die durch die Studie „Competitive Alternatives“ nahegelegt wird, die regelmäßig alle zwei Jahre die Bedingungen vergleicht, die für die Gründung und Aufrechterhaltung eines Unternehmens notwendig sind. Hierzu werden 136 Städte in 10 verschiedenen Ländern des europäischen, nordamerikanischen und asiatischen Wirtschaftsraum miteinander verglichen. In der aktuellen Studie wurden 27 verschiedene Kostenfaktoren berücksichtigt, darunter Personalkosten, Immobilienpreise, Steuern und Energiekosten. Hinzu kamen verschiedene weitere Faktoren, die für den Wettbewerb wichtig und kostenunabhängig sind.

Von den verglichenen Ländern landete Mexiko auf Platz eins. Der Vorteil bei den Betriebskosten beträgt gegenüber den folgenden Ländern bis zu 20 Prozent. Auf den Plätzen folgen Kanada, die Vereinigten Staaten und Australien beinahe gleichauf. Dabei ist die Verbesserung der Kostenfaktoren in den USA am deutlichsten ausgefallen. Seit 2006 hat sich hier der Wertverlust des Dollars stark ausgewirkt.

Unter den europäischen Ländern weist Frankreich die günstigste Kostenstruktur auf, was im Gesamtvergleich den fünften Platz einbringt. England, Holland und Italien liegen dicht zusammen und weisen einen zwischen 7 und 8 Prozent höheren Betriebskostenfaktor als die USA auf.

Japan ist wie immer als ein relativ teurer Produktionsstandort vertreten. Platz neun überrascht daher nicht. Allerdings ist der Yen gegenüber dem Dollar geringeren Schwankungen unterworfen als in der Vergangenheit.

Deutschland ist mit dem 10. Platz das Schlusslicht des Vergleichs. Die Betriebskosten sind hier im Vergleich zu den USA um 16,8 Prozent höher. Dazu kommt eine zunehmende Überalterung der Gesellschaft; ein Problem, das auch in anderen europäischen Ländern sowie Japan bekannt ist. In den USA hingegen sorgt der Zustrom an lateinamerikanischen Arbeitskräften für einen Ausgleich auf dem Arbeitsmarkt.

Die Studie konzentriert sich allerdings nicht nur auf die reinen Betriebskostenfaktoren. Die Lebensqualität fließt im Städtevergleich natürlich mit ein. Die hängt aber beispielsweise auch von Bildungschancen, Kriminalitätsstatistiken und Wohnungskosten ab. Deswegen bricht Mexiko gegenüber dem guten Abschneiden bei den Betriebskosten etwa hinsichtlich der Kriminalität extrem ein, denn solche Überlegungen spielen bei Standortentscheidungen ebenfalls oft eine erhebliche Rolle.

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