Wenn der Stromanbieter die Strompreise erhöht
Kaum etwas belastet das Budget deutscher Privathaushalte so stark wie die Nebenkosten. Gleichgültig, ob man im eigenen Haus oder zur Miete wohnt – Heizung und Wasser fallen ebenso an wie Stromkosten – sofern man kein Selbstversorger ist. Aber nicht jeder kann oder will sich eine eigene Solaranlage auf dem Dach leisten. Vielen bleibt nichts anderes übrig, als die hohen Strompreise hinzunehmen. Oder etwa doch?
Grundversorgung kostet zu viel Geld
Man kann tatsächlich etwas tun, um Geld zu sparen. Studien zufolge haben beinahe 80 Prozent aller deutschen Verbraucher noch nie ihren Stromanbieter gewechselt und etwa die Hälfte hat es noch nicht einmal geschafft, beim alten Stromanbieter wenigstens einen günstigeren Tarif zu suchen. Somit zahlen Millionen von Stromkunden die höchsten Strompreise – nämlich für die Grundversorgung.
Kundentreue wird nicht belohnt – im Gegenteil
Kundentreue wird von den Energieversorgern nicht belohnt. Statt dessen werden Neukunden mit Bonuszahlungen und günstigen Strompreisen gelockt. Da immer noch so viele Verbraucher keine Anstalten machen, den Stromanbieter zu wechseln, gibt es für die Konzerne auch keinen besonderen Grund, die Preise zu senken. Nicht von ungefähr werden Verbraucherschützer, Vergleichsportale, Politik und Bundesnetzagentur nicht müde, die Kunden zum Wechsel aufzurufen.
Einsparung von mehreren Hundert Euro möglich
Bei einem Wechsel des Stromanbieters kann ein durchschnittlicher Haushalt mehrere Hundert Euro sparen. Das ist keine Zauberei, sondern vor allem dann möglich, wenn zuvor noch nie gewechselt wurde. Aber auch nach einem bereits erfolgten Wechsel sollte man weiterhin kleine Preisvorteile nutzen, um den Wettbewerb am Markt anzuheizen. Immerhin hat ein ähnlicher Wettbewerb auf dem Telekommunikationsmarkt dafür gesorgt, dass das Telefonieren sowohl mobil als auch im Festnetz extrem günstig geworden ist.
Keine Angst vor dem Wechsel
Gerade der Vergleich mit dem Telefon lässt viele Verbraucher aber zurückschrecken. Wer einmal den Telefonanbieter gewechselt hat und vielleicht wochenlang auf einen Anschluss warten musste, will dies bei etwas wie Strom nicht riskieren. Für diese Sorge hat der Gesetzgeber allerdings Vorsorge getroffen. Sollte es aus irgendeinem Grund zu Verzögerungen beim neuen Stromanbieter kommen, muss der Kunde bis zur endgültigen Klärung zumindest vom Grundversorger weiter beliefert werden. Im Dunkeln sitzt also niemand nach einem Wechsel.