04 Mai 2011 ~ Kein Kommentar

Sterbegeldversicherung – sinnvoll oder nicht?

Die Idee ist zunächst durchaus plausibel. Wer stirbt, möchte seinen Hinterbliebenen nicht die Kosten für eine Bestattung aufbürden, die mithin ein großes Loch in die Kasse reißen kann. Und wer denkt, dass man mit dem Ausschlagen eines überschuldeten Erbes etwa aus dem Schneider wäre, irrt. Die nächsten Verwandten werden grundsätzlich für die Bestattungskosten herangezogen. Sterbegeld wird von vielen Versicherern angeboten, seit die Leistung der Krankenkassen gleichen Namens nicht mehr existiert.

Mit oder ohne Gesundheitsprüfung

Bei der Sterbegeldversicherung handelt es sich grundsätzlich um eine Kapitallebensversicherung. Je nach Anbieter gibt es ein Höchsteintrittsalter, bis zu dem eine solche Versicherung abgeschlossen werden kann. Manche Anbieter haben auch ein Mindestalter. Abhängig davon, ob eine Gesundheitsprüfung vorgenommen wird, variieren die Beiträge in der Höhe. Meist ist auch eine Mindestversicherungsdauer vorgeschrieben, die länger ist, wenn keine Gesundheitsprüfung vorgenommen wird. Im Durchschnitt beträgt die Wartezeit drei Jahre, bevor die Leistung in Anspruch genommen werden kann. Ausgenommen ist in der Regel lediglich Tod durch Unfall, bei dem trotzdem gezahlt wird.


Bestatter gewinnen Kunden mit Versicherungen

Auch Bestatter werben oft mit dem Abschluss einer Sterbevorsorge, die prinzipiell nichts anderes ist. Das Interesse der Bestatter ist hierbei klar – sie wollen sicherstellen, dass die Kosten für eine Bestattung im Fall der Fälle übernommen wird. Gleichzeitig “werben” sie somit einen Kunden, denn meist wird der Bestatter, bei dem diese Versicherung abgeschlossen wurde, auch als Begünstigter genannt (speziell wenn keine Angehörigen existieren). Aber selbst wenn nicht, wählen die Angehörigen meist auch diesen Bestatter für die Abwicklung der Formalitäten aus. Insbesondere in diesen Fällen sollte auch ein Preisvergleich zwischen den Bestattungsinstituten durchgeführt werden, denn hier werden nicht selten die Betroffenen angesichts der Umstände im Trauerfall übervorteilt.

Psychologischer Effekt nicht zu verachten

Ein unbestrittener Vorteil der Sterbegeldversicherung ist der psychologische Effekt, sich um alles gekümmert und geregelt zu haben. Besonders ohne Angehörige kann man somit schon im Vorfeld alles so regeln, wie man es gerne selbst haben möchte, wenn man einen Bestatter im Voraus beauftragt. Rein vom finanziellen Standpunkt her gibt es aber sinnvollere Geldanlagen, was die Rendite angeht. Tagesgeld oder das einfache Sparen sind deutlich einfacher – kommen aber nicht für jeden in Frage. Insofern hat die Sterbegeldversicherung durchaus ihre Berechtigung.

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