Riester-Rente und Minijobs: Welche Möglichkeiten gibt es?
Die Zahl der Menschen, die einen sogenannten Minijob bis 400 Euro ausüben, hat sich in den letzten Jahren etwa verdoppelt. Die Nachteile sind aber insbesondere bei der Frage der gesetzlichen Rentenversicherung erheblich. Der Arbeitnehmer erwirbt nur minimale Ansprüche und eine staatliche Förderung anderer Art ist vollständig ausgeschlossen. Aber auch hier gibt es Wege, wie man in den Genuss einer staatlichen Förderung wie der Riester-Rente gelangen kann.
Hierzu muss der Minijobber gegenüber dem Arbeitgeber auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten. Achtung: Wenn man einmal den Verzicht erklärt hat, gilt er bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Ein Widerruf der Verzichtserklärung ist nicht möglich. Außerdem bedeutet es zunächst eine finanzielle Belastung für den Arbeitnehmer, denn bei einem 400-Euro-Job werden Rentenversicherungsbeiträge von knapp 20 Euro monatlich fällig. Doch je nach persönlicher Situation kann sich ein solches Vorgehen durchaus auf lange Sicht lohnen. So erwirbt der Arbeitnehmer Ansprüche auf Rehabilitationsleistungen und Erwerbsminderungsrente. Die Altersrente kann sich ebenfalls steigern. Und besonders interessant ist die Möglichkeit, dass der Minijob-Arbeitnehmer sich auf diese Weise auch eine staatliche Förderung in Form einer Riester-Rente sichern kann.
Ob sich eine solche Variante wirklich lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es ist durchaus nicht für alle Minijobber zu empfehlen. Aber zumindest bei zwei Konstellationen sollte der Arbeitnehmer sich überlegen, die möglichen Vorteile zu nutzen. Die erste Konstellation ist ein Minijobber, dessen Ehepartner ein eigenes Unternehmen hat. Ein solcher Unternehmer ist von der Riester-Rente und der staatlichen Förderung normalerweise ausgeschlossen. Nutzt aber nun der Ehepartner im Minijob die Riester-Förderung, kann das Ehepaar mit einem gesamten Jahressparbetrag von maximal 2100 Euro rechnen. Außerdem ist in vielen Fällen ein steuerlicher Vorteil zu verzeichnen, der nicht zu verachten ist. Bei der zweiten Konstellation lohnt es sich dann, wenn der Ehepartner auch Arbeitnehmer ist und das Paar gemeinsam riestert. Dadurch sind bis zu 4200 Euro in der Riester-Rente möglich. Der Eigenanteil reduziert sich im Idealfall durch die staatliche Förderung und den eventuellen Steuervorteil auf nur noch 65 Prozent, was umgerechnet eine stattliche Rendite für diese Form der Geldanlage bedeutet.
Ob sich eine Riester-Rente im Minijob rechnet, ist immer eine Frage der persönlichen Verhältnisse. Im Zweifel sollte der Arbeitnehmer sich umfassend beraten lassen, um die Möglichkeiten von allen Seiten zu beleuchten und die richtige Entscheidung zu treffen. Doch prinzipiell kann sich die Riester-Rente auch für Minijobber lohnen.