27 Februar 2012 ~ Ein Kommentar

Hohe Benzinpreise

Kaum ein Produkt hat eine derartige Teuerungsrate zu verzeichnen, wie Benzin. Die Autofahrer stöhnen unter der zunehmenden Last. Dennoch sind sie in einer mobilen Gesellschaft wie der unseren mehr und mehr auf das Auto angewiesen.

Gründe für die Preisentwicklung

Die Preise für Rohöl steigen seit Jahren. Dementsprechend steigen die Preise für Produkte, die aus dem Rohöl hergestellt werden. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Schon seit Jahren herrscht der Verdacht auf Preisabsprache bei den Ölkonzernen. Nachweisbar sind sie allerdings nicht. In der Praxis langt häufig ein Blick auf die andere Straßenseite, um festzustellen, was der konkurrierende Konzern heute für den Liter Benzin verlangt. Absprachen ist so gar nicht nötig. Das Nachsehen hat der Verbraucher und auch das Kartellamt fühlt sich an seine Grenzen gebracht. Andreas Mundt, Chef des Kartellamts äußert sich gegenüber der „Rheinischen Post“: „Der Markt wird von fünf großen Mineralölkonzernen gemeinsam beherrscht, die sich gegenseitig wenig Wettbewerb machen.“ So sind Preissteigerungen im Großhandel einfach an die Autofahrer weiterzugeben. Das eben ist genau der Nachteil eines Oligopols.Wer alle Macht auf sich vereint, diktiert die Preise. Fehlende Konkurrenz und daraus resultierend fehlender Wettbewerb erlaubt es, die Preise unendlich nach oben zu schrauben.

Keine Hilfe von den Grünen: Der Sprit ist noch zu billig

Während die Autofahrer stöhnen, sind den Grünen die Spritpreise noch immer zu niedrig. Der Verkehrsexperte der Grünen Anton Hofreiter rechnet vor, dass für einen Liter Benzin heute dieselbe Zeit gearbeitet werden muss, wie in den fünfziger Jahren. Damit sei die Automobilindustrie jedoch kaum dazu zu bewegen, mehr Sprit sparende Modelle anzubieten. Im Gegenteil: Die hohen Verkaufserlöse der Branche in den vergangenen Jahren sprechen eher dafür, am derzeitigen Model festzuhalten und nichts zu verändern.

Die Zeche zahlt der kleine Mann

Mag Hofreiter mit seiner Berechnung auch Recht haben, er liegt dennoch daneben. Angesichts der Mindestlohndebatte ist die Behauptung, real sei Sprit gemessen an den Einkommen so teuer wie vor 60 Jahren nicht haltbar. Stimmig wird sie erst, wenn man die Unterschiede in den Löhnen sichtbar macht. In einer Gesellschaft, in der Managergehälter astronomische Höhen erreichen, während Andere für Löhne arbeiten, von denen sie ihre Familie nicht ernähren können ist der Durchschnittslohn eine mehr als fiktive Summe. So ist klar, dass es mal wieder der kleine Mann ist, der am stärksten zusetzt. Ein echter Ausgleich über die Pendlerpauschale ist angesichts der Entwicklung derzeit nicht mehr zu erzielen.

Ein Kommentar zu “Hohe Benzinpreise”

  1. Thomas 6 März 2013 at 12:06 Permalink

    Für uns als Verbraucher sind die Gründe für die Preisentwicklung schon lange nicht mehr nachvollziehbar. Egal welche Erklärungen es gibt, man fragt sich, ob und was daran tatsächlich wahr ist. Am Ende sind und bleiben wir die Leidtragenden, die die hohen Kosten zahlen müssen.