Bausparen – was ist das eigentlich?
Die Idee des Bausparens ist nicht neu. Schon 200 Jahre vor unserer Zeitrechnung wurden in China zur Zeit der Han-Dynastie gemeinnützige Spargemeinschaften auf Gegenseitigkeit gegründet
Die erste richtige Bausparkasse entstand allerdings erst 1775 im englischen Birmingham. Die USA folgten 1831, in Australien und Neuseeland wurde die Idee des Gemeinschaftssparens ein Jahr später in die Tat umgesetzt.
Es war Pastor von Bodelschwingh, der 1885 in Bielefeld die erste deutsche Bausparkasse gründete. Durch den Ersten Weltkrieg und den daraus resultierenden hohen Finanzmittelbedarf für den Wiederaufbau, konnte sich in den Jahren 1924 bis 1929 das Bausparsystem in Deutschland etablieren. Bis zum Ende der 1930er Jahre wurde das bis dahin gebräuchliche „Lossystem” durch ein gerechteres Bewertungssystem ersetzt. Diese Neuregelung machte den Zuteilungstermin jedes einzelnen Bausparers von der Art und Weise seiner Sparkapitalbildung abhängig.
Mit dem Wirtschaftwunder nach dem Zweiten Weltkrieg begann 1948 der Aufschwung der deutschen Bausparkassen. 1973 wurden die Geschäftstätigkeiten der privaten und öffentlichen Bausparkassen durch das Bausparkassengesetz und die Bausparkassenverordnung gesetzlich verankert und vereinheitlicht.
Durch eine Erneuerung der Bausparkassengesetze wurde den deutschen Bausparkassen 1991 der Weg in den Europäischen Binnenmarkt geöffnet. Gleichzeitig wurden umfangreiche bauspartechnische Sicherungsmaßnahmen geschaffen.
Vor nicht allzu langer Zeit hatte Bausparen besonders bei jungen Leuten einen denkbar schlechten Ruf. Viele waren der Meinung, Bausparen sei unmodern, langweilig und eher etwas für Spießer. Mittlerweile hat sich das Blatt allerdings gewendet.
Ein eigenes Haus steht auf der Wunschliste der Deutschen ganz weit oben. In den eigenen vier Wänden leben und sich keine Sorgen um die stetig steigenden Mieten mehr machen zu müssen, ist für viele ein Ansporn für den Hausbau. Zudem ist ein eigenes Heim eine wunderbare Altersvorsorge. Viele Familien mit Kindern denken darüber nach, den Traum vom eigenen Haus Wirklichkeit werden zu lassen. Dazu kommt, dass Immobilienbesitzer eine Reihe von Vorteilen genießen.
Aber bei den meisten scheitert dieser Traum am fehlenden Eigenkapital. Nicht wenige Banken verlangen zehn bis dreißig Prozent für die Finanzierung eines Eigenheims. Wer diese Mittel nicht aufbringen kann, muss sie eben aufbauen. Und genau das machen Millionen von Deutschen mit einem klassischen Bausparvertrag.
Im Grunde ist eine Bausparkasse eine Solidargemeinschaft aus vielen Hausbauern. In der so genannten Ansparphase werden die getätigten Einlagen niedrig verzinst. Im Gegenzug aber erwirbt der zukünftige Bauherr das Recht auf ein Darlehen mit niedrigen Zinsen. Dabei ist die Laufzeit eines Bausparvertrags recht flexibel und individuell, angefangen bei zügigen Ansparkonstitutionen bis hin zu langfristigen Engagements ist beinahe alles möglich.
Auch wenn Bausparen oft schon totgesagt wurde und als Auslaufmodell galt, es lohnt sich immer noch darüber nachzudenken. Wer sich eingehend damit beschäftigt, wird feststellen, dass Bausparen ein durchaus attraktiver Weg ist den Traum vom eigenen Haus zu erfüllen.